Unsere Arbeit

Meine Hündin Mila hat das erste und somit auch das wichtigste Jahr auf der Strasse im Ausland gelebt und ihre ganze Welpen-/Junghunde-Zeit, war geprägt von schlechten Erfahrungen. Als sie zirka einjährig war, haben wir sie aus dem Tierschutz bei uns aufgenommen. Sie hatte die ersten drei Jahre immer wieder Zitteranfälle und Angstzustände. In meiner Tellington-TTouch-Ausbildung habe ich gelernt, wie man mit der Angst eines Hundes anders umgehen kann und kein Mitleid hat, sondern Mitgefühl. Das Buch "Der neue Weg im Umgang mit Tieren" (Linda Tellington), hat mir dabei sehr geholfen. Das Tellington-TTouch-Training d.h. Bodenarbeit, Berührung, und die Bandagen (s. unten) haben ihr geholfen wieder ins Gleichgewicht zu finden.

 

 

Die Tellington-Methode, die in den 70er Jahren von Linda Tellington-Jones entwickelt wurde, wird mit grossem Erfolg zur Beruhigung der Tiere und Menschen, zur Wiederherstellung des Vertrauens, zur Linderung von Schmerzen und zum Abbau von Ängsten, Stress und Spannungen eingesetzt.

 

Die Tellington-Touch Arbeit beinhaltet sanfte Berührungen und Übungen in Bewegung (Bodenarbeit oder Führarbeit), welche die Körperhaltung beeinflussen, indem sie dem Nervensystem neue Impulse übermitteln.

 

Der Londoner Wissenschafter C. Maxwell Cade, Biophysiker und Zen-Meister, hat die Wirkung der TTouches mittels Elektroenzephalogramm untersucht und nachgewiesen. Inzwischen sind zahlreiche wissenschaftliche Studien über die TTouch-Methode gemacht worden. Die Behandlungen führten in allen Fällen zu einer merklich ruhigeren Atmung und tieferen Herzfrequenz, somit sinkt der Stresspegel und Lernen fällt leichter. Blutanalysen wiesen eine deutliche Reduktion von Stresshormonen (Cortisol) aus.

 

Philosophie:

Tieren mit Freundlichkeit, anstatt mit Dominanz zu begegnen.

Eine Übung aufteilen oder vereinfachen damit sie stressfrei bleibt.

Tiere und Menschen sind lernfähiger, wenn sie nicht von Angst und Stress beeinflusst werden.

 

Bestandteile der Tellington-Arbeit

Den Tellington-TTouch - sanfte Berührungen
Die  ruhige Boden-Arbeit bzw. Führarbeit 

Die Körperbandagen - geben mehr Bewusstsein in den Körper

     

TTouch  beeinflusst

das Vertrauen
das Verhalten
die Beziehung
die Leistung
das Wohlbefinden

die Gesundheit

 

TTouch wird eingesetzt bei

Gewitter- und Geräuschangst
Hyperaktivität

Stress
Leine ziehen
Probleme bei der Fellpflege
Altersbeschwerden

1. Hilfe / Kreislaufprobleme

 

Auch nach tierärztlichen Behandlungen, nach einer OP oder Verletzungen.

(unterstützt den Heilungsprozess) 

Besitzer sollten jedoch immer Rücksprache mit dem zuständigen Tierarzt aufnehmen.

 

 

Ein Ausschnitt aus dem Buch «Der neue Weg im Umgang mit Tieren» von Linda Tellington

 

Die meisten Schafe bekommen zwei oder drei Lämmer, die auf die nackte Erde geboren werden. Die Lämmer bleiben einen Augenblick liegen, benommen von der Geburt, um dann auf wackeligen Beinen das Euter zu suchen. Wenn ihnen das Saugen nicht nach ungefähr zehn Minuten gelingt, legen sie sich einfach wieder hin und sterben.

So sind sie nun mal, bestätigen mir die Experten, einige leben und andere eben nicht. Stur, wie ich war, liess mir das keine Ruhe. Ich ging über die Weiden und jedes Mal, wenn ich ein Lamm fand, das am Boden lag und dahinsiechte, schüttelte ich es ein wenig und drückte es am Hals, damit es um Luft kämpfen musste. Auf diese Weise «schüttelte» ich einige ins Leben zurück. Ich kann mir wohl vorstellen, wie das für einen Aussenstehenden ausgesehen haben mag: Eine junge Frau, die über Land geht und neugeborene Lämmer schüttelt. Sehr seltsam. Aber es war besser, als tatenlos zuzusehen, und es zeigte ja auch Wirkung.

Hätte ich schon den TTouch gekannt, da bin ich mir sicher, wären die meisten Lämmer am Leben geblieben. Die Methode ist einfach: Du musst kleine «Waschbär»-Kreise auf den Lippen machen, im Maul, auf der Zunge und am Gaumen. Dann die Ohren mit den Fingern methodisch vom Ansatz zur Spitze bearbeiten. Dadurch wird der fehlende Saugreflex sofort aktiviert und das Lamm kann mit frisch gewonnener Energie wieder am Leben teilnehmen.

  

Diese Art durch die Welt zu gehen und nicht wegzuschauen, wenn man irgendwie helfen kann hat mich auch mein ganzes Leben lang begleitet und war auch zu einem Teil ausschlaggebend, dass ich meine Tellington-Ausbildung gemacht habe.

 ---------------------------------------------------------------------------------------------

 

 

Ausschnitt aus einem Interview mit Linda Tellington

Schweiz. Hundemagazin 09.2017

 

Wie haben Sie Ihre Methode entwickelt und aus welchem Grund?

Mein Grossvater hatte Pferde und durch ihn habe ich schon früh gelernt, mit ihnen umzugehen und sie auch zu massieren. Später lernte ich dann bei Moshe Feldenkrais seine Methode, die zur Stärkung von körperlichen Fähigkeiten und zur Verbesserung des Lernvermögens angewandt wird. Die Geburtsstunde der TellingtonTTouches jedoch war 1983, als ich zu einem störrischen Pferd eines befreundeten Tierarztes gerufen wurde, das wild um sich schlug und biss, wenn man es berühren wollte. Ich arbeitete an dem Pferd und es wurde tatsächlich ruhiger. «Was ist dein Geheimnis, was hast du gemacht?», fragte der Besitzer. Ich antwortete intuitiv: «Kümmere dich nicht darum, was ich mache, sondern lege deine Hand aufs Pferd und verschiebe die Haut in einem Kreis». Er probierte es aus und das Pferd wurde genau so ruhig wie bei mir, als ich die komplizierten Feldenkrais-Bewegungen gemacht hatte. Und ich dachte mir: Das kann doch jeder, das kann sogar ein Kind.

 

Was unterscheidet die TTouches von der Feldenkrais-Methode?

Feldenkrais dient dazu, die Nervenbahnen zu aktivieren, bedingt jedoch ein aufwendiges Studium und ist deshalb für Laien nur schwierig umzusetzen. Die TTouches jedoch sind einfach, für jedermann machbar und unterstützen die Aktivität der Zellfunktionen unseres Körpers. So habe ich angefangen, den Körper als einen Verbund von Zellen anzuschauen, also viel differenzierter und auf einer anderen Ebene, als Botschaft an die Zellen, dass sie optimal arbeiten können.

 

Wird TTouch vor allem bei Säugetieren angewandt oder gibt es bestimmte Tiere, die sich dafür nicht eignen?

Es kann allen Tieren helfen, die ein Nervensystem haben. Ich arbeite nebst Pferden und Hunden auch mit den verschiedensten Tieren, von der Schlange über Vögel bis zum Elefanten. Auch mit Zootieren wie zum Beispiel mit einem kleinen Tintenfisch, der gestresst war, weil er für ein Aquarium eingefangen wurde. Die Leute sind immer glücklich, wenn den Tieren geholfen werden kann.

 

Sie sind für eine 80-Jährige erstaunlich fit und aktiv, was ist Ihr Geheimnis?

Natürlich benutze ich die TTouch-Methode auch bei mir. So kann ich mir selbst und meinem Körper etwas Gutes tun. Zudem habe ich eine positive Einstellung. Wenn ich mich bewusst entscheide, das Glas immer halb voll zu sehen, ist das ein grosser Unterschied für mich, denn wenn ich es halb leer sehe, sinkt mein Energielevel. Wichtig ist mir auch, dass ich jeden Abend die drei schönsten Dinge des Tages Revue passieren lasse. Das erzeugt Dankbarkeit.

 

Was sind Ihre nächsten Ziele/Wünsche?

Es ist mein Ziel, Wege zu finden, um den Leuten zu helfen, ihre Tiere als Individuen und Persönlichkeiten mit einer Seele zu sehen, denen man mit Empathie und Verständnis begegnet. Dadurch ist es auch möglich, ein besseres Verständnis und eine bessere Meinung von sich selber und von seinen Mitmenschen zu bekommen.

 

Das ist ein wunderschönes Ziel. Aber haben Sie nicht schon sehr viel davon erreicht?

Ich kann noch viel mehr tun. Wir haben Lehrer in 37 Ländern. Und mein Ziel ist es eben, sie zu unterstützen, indem sie selber Vorbild werden, authentisch sind und das auch weitergeben können.


Läuft ein Hund vor dem Menschen, so blendet er diesen eher aus und hat eine wesentliche geringere Möglichkeit mit ihm zu kooperieren. Der ideale Platz eines Hundes für das Miteinander und das Gehen an loser Leine ist an Ihrer Seite. Befestigt man die Leine nur am Rücken eines Geschirrs, so landet man unweigerlich hinter dem Hund, einer "idealen Position" um Leinenziehen zu provozieren. Dasselbe gilt auch für ein Halsband. Hakt man jedoch das andere Ende der Leine in einen Ring an der Vorderbrust, so positioniert das den Hund von selbst in seiner Schulterhöhe an des Menschen Bein, einer wesentlich angenehmeren und zielführenderen Position zum gemeinsamen Gehen, die nicht Leinenzug auslöst. 


Therapie-Raum Tellington TTouch

Jeannette Merz   Brunnenrain 2   5735 Pfeffikon   +41 62 771 00 38